44 m² Solarthermie, 9.000 Liter Puffer, ein 25-kW-Holzofen – Bauzeit 2009/2010, fertig 2010 in Munderkingen. Konzept, Bau und Betriebserfahrung eines solar beheizten Wohnhauses – dokumentiert seit dem ersten Spatenstich.
Große Kollektorflächen, ein großvolumiger Pufferspeicher und eine intelligente Steuerung, ergänzt durch eine regenerative Nachheizung. Ziel ist Unabhängigkeit – ökologisch wie ökonomisch.
44 m² Solarthermie liefern Heizwärme und Warmwasser – ein Holzvergaser ergänzt im Winter.
Rund 9.000 Liter (≈ 8,5 m³) Pufferspeicher überbrücken sonnenarme Phasen und ganze Nächte.
Berechnet für Heizung und Warmwasser. Nicht enthalten sind die passiven Gewinne über Südverglasung und Dachfenster – sie heizen die Räume direkt.
Eine übliche Solarthermie-Anlage zur Heizungsunterstützung hat 10 bis 15 m² Kollektorfläche und 600 bis 1.000 Liter Speicher und deckt damit 15 bis 25 % des Wärmebedarfs. Diese Anlage ist ein Vielfaches davon: 44 m² Kollektorfläche und 9.000 Liter. Das ist der Unterschied zwischen einer Solaranlage, die die Heizung unterstützt, und einem Haus, das von März bis September ohne Zufeuern auskommt.
Bauzeit 2009/2010, fertiggestellt 2010. Die Anlage wurde von Beginn an als Sonnenhaus geplant – schon die Leistungsbeschreibung von 2009 sah für die Südseite ein Indach-Solarsystem vor: Die Kollektoren liegen in der Dachfläche, nicht darauf.
Herzstück: 44 m² Solarthermie auf rund 9.000 Liter Pufferspeicher, ergänzt um einen 25-kW-Holzofen mit Wassertasche (Powall Ofka Sonne, rund 80 % der Wärme gehen in den Puffer) und einen 6-kW-Heizstab als Absicherung.
In der Reihenfolge, in der die Wärme durch das Haus läuft: von der Quelle über Speicher, Verteilung und Regelung bis zur Abgabe im Raum.

Zwei Kollektorfelder auf der Südseite – die Hauptquelle für Heizung und Warmwasser.

Speicher von Jenni – im September 2009 per Kran in den Rohbau gesetzt, bevor die Decke geschlossen wurde.

Regler, Solarstationen, Pumpengruppen und Ausdehnungsgefäße auf engem Raum.

Je eine Pumpe pro Kollektorfeld, seit August 2026 mit 14,5 m Förderhöhe. Die roten und blauen Griffe darüber sind zugleich Thermometer für Vor- und Rücklauf.

Vordruck und Prüftermine stehen handschriftlich am Behälter – die erste Eintragung stammt vom April 2010, die jüngste von 2024.

25 kW mit Wassertasche – der Großteil der Wärme geht in den Pufferspeicher, der Rest in den Wohnraum.

Rund vier Raummeter Buche pro Saison versorgen den 25-kW-Ofen.

Die Rückfallebene für sehr dunkle Wochen: 6 kW Drehstrom, direkt im Pufferspeicher, mit Thermostat von 30 bis 80 °C.

Regelt seit 2026 die gesamte Anlage: Solarpumpen, Mischer, Heizkreis, Zirkulation und Solarventil. 16 Eingänge für die Temperaturfühler, Bedienung über den Browser.

Niedertemperatur-Flächenheizung in allen Nutzräumen – Schlaufenabstand max. 20 cm, an der Südverglasung enger.
Nach 16 Jahren mit dem Hanazeder HLC-10 wurde die Regelung 2026 auf eine TA-Steuerung UVR16x2 umgestellt. Sie regelt Solarpumpen, Mischer, Heizkreis, Zirkulation und Solarventil – und macht das Zusammenspiel der Anlage wie folgt sichtbar:
Die Anlage heizt seit dem Winter 2010/11 – ohne Gasanschluss, ohne Öltank.
Von März bis September deckt die Sonne den Bedarf vollständig – Warmwasser eingeschlossen. In dieser Zeit bleibt der Ofen kalt, und der Puffer hat regelmäßig mehr Wärme, als das Haus braucht. Bis in den späten Herbst trägt die Sonne das Haus allein; angeheizt wird meist erst im November, ab Februar ist die Saison in der Regel vorbei.
Über alle drei Stockwerke bleibt es auch im tiefen Winter gleichmäßig behaglich. Gekauft werden fünf bis sechs Raummeter Buche, ein bis zwei bleiben am Ende der Saison übrig. Der Heizstab läuft in den drei dunkelsten Monaten höchstens drei Stunden am Tag und fängt damit nur die Spitzen beim Warmwasser ab. Zu den 65 % aus der Berechnung kommt dabei etwas hinzu, das keine Bilanz erfasst: die Sonne, die durch Glasfront und Dachfenster direkt in die Räume fällt.



Damit das über all die Jahre so läuft, war einiges nötig. Die folgende Chronik nennt beides – was funktioniert hat und was nicht.
Erdarbeiten ab August 2009. Am 23.09.2009 wird der 9.000-Liter-Speicher von Jenni per Kran eingesetzt – vor dem Schließen der Decke.
Die Kollektoren werden in die Dachfläche eingebaut – nicht aufgesetzt, sondern als Teil der Dachhaut wie in der Leistungsbeschreibung vorgesehen.
Juni 2010 steht der Rohbau mit Kollektoren im Dach. Im Juli wird der Estrich aufgeheizt und die Anlage in Betrieb genommen – „Heizen, bis der Mischer Richtung Sonne dreht.“ Ab dem Winter 2010/11 heizt das Haus solar.
Ende 2010 teilt die Behörde mit: Nach einem Förderstopp und geänderten Bestimmungen wird Solarthermie in Neubauten nicht mehr gefördert. Die Anlage steht zu diesem Zeitpunkt bereits. Es folgt ein jahrelanger Streit um den Stichtag der Inbetriebnahme – 2015 eine Beschwerde bei der Bundesstelle für Energieeffizienz und eine Petition an den Deutschen Bundestag. Geplant worden war die Anlage mit rund 9.500 Euro Förderung.
Die Anlage arbeitet im geplanten Bereich: rechnerisch 65 % solare Deckung, dazu rund vier Raummeter Buche im Jahr für die dunkle Zeit. Keine fossile Heizung, kein Gasanschluss.
Nachgerüstet: ein aufrollbares Sonnensegel von 7,5 × 4,5 Metern. Es bringt Schatten auf die Terrasse – und hält die Sommersonne von der großen Glasfront fern.
Glasbruch an einem Dachkollektor. Die Glasversicherung hat den Schaden nicht übernommen.
Für den 6-kW-Heizstab wird ein Konzept mit Zeitschaltuhr ausgearbeitet.
Trägerflüssigkeit im Solarkreis. Leckage geortet und repariert.
Defekte Leitung (2021), defekte Pumpe und Ventile (2022) – Verschleißteile, planbar ersetzt.
Im Oktober wird das Oberteil des Reglers getauscht. Weil das Gerät eingefroren war, ließ sich die aktuelle Konfiguration nicht mehr auslesen – gesichert war nur ein Stand von 2012.
Zwei Störungen in einem Jahr: Im Juli wird eine undichte Verbindung am Solarkreis repariert. Im November fällt auf, dass die Solarpumpe auch ohne Sonne läuft und gespeicherte Wärme zurück aufs Dach fördert; zugleich zieht der Solarkreis oben warmes statt unten kaltes Wasser aus dem Puffer. Beides geht auf die alte Konfiguration von 2012 zurück – und ist der Anlass, die Steuerung grundlegend zu erneuern.
Nach 16 Betriebsjahren ersetzt eine TA-Steuerung UVR16x2 den Hanazeder HLC-10; über das C.M.I. lassen sich die Messwerte systematisch auslesen. Aufgrund einer unzureichenden Programmierung kommt es zur Dampfbildung, die Kollektoren erreichen bis zu 145 °C. Die ohnehin sehr knapp bemessenen DAB Evotron mit 6 m Förderhöhe werden durch DAB Evosta 2 SOL 30-145/180 mit 14,5 m ersetzt. Nach viel Anpassung und Spülung läuft wieder alles stabil; die Trägerflüssigkeit wird vor dem Winter komplett ersetzt.
Chronologisch geordnet – vom Rohbau 2010 bis zum heutigen Zustand der Technik. Jedes Bild mit Aufnahmejahr.



Weitere Aufnahmen von Bau, Technik und Betrieb
Seit der Umstellung auf die TA-Steuerung werden 15 Temperaturfühler und sechs Schaltausgänge lückenlos protokolliert – von den beiden Kollektorfeldern über die drei Pufferebenen bis zu Warmwasser, Zirkulation, Zimmerofen und Heizkreis.
Die Auswertung erfolgt derzeit manuell über die Bedienoberfläche der Steuerung.
Angaben gemäß § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG)
USt-IdNr. gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE361727954
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